Tag 5 Berggießhübel - Anstaltskleidung & Bunte Bälle

Heute ist es soweit, ich kann mich nicht widersetzen. Alle andern tun es ja auch. Manchmal muß man eben nachgeben, sich anpassen. Genauer betrachtet erscheint es sogar vernünftig.

Man ist hier ohnehin ständig damit beschäftigt, Turnsachen an-, Turnsachen aus-, Schwimmsachen an- und wieder aus und Turnsachen wieder an- und auszuziehen, nur um sich dann was “Normales“ anzuziehen für die 20  Minuten Speisung - um dann wieder in Turn- oder Schwimmsachen zu schlüpfen.

Heute also ist nach nur wenigen Tagen mein Widerstand gebrochen: ich lass die Jogginghose einfach an.

Was ganz praktisch ist:
Komme grad aus der Koordinationstherapie, in der sich 18 Erwachsene erst kleine bunte Bälle zugeworfen haben & später vor- und rückwärts im Kreis gelaufen sind (dabei den Ball von der Außenseite durch das Bein durch in die andere Hand und so weiter. Atmen nicht vergessen!). Höhepunkt: bunter Ball, Petziball, Gummiring und Holzreifen befinden sich gleichzeitig im Spiel und werden koordiniert zum jeweiligen Partner gerollt oder geworfen. Das gab ein großes Hallo.

Davon, daß die Sportlehrerin…ähm Therapeutin zwischendurch russische Vokabeln einwarf, waren nur die Gäste aus dem Westen irritiert (alle andern habens wohl verstanden).

Und praktischerweise bleibt die Jogginghose nun beim Lesen & Warten im Foyer nach der Bunte Bälle Kooedinationstherapie gleich an, steht ja schließlich mit der medizinischen Trainingstherapie der nächste Termin mit “Dresscode Turnsachen - bitte bringen Sie ein Handtuch mit“ auf meinem individuellen Terminplan.